Soziotherapie –
Begleitung, Orientierung und Stabilität im Alltag
Ab dem 01.05. bieten wir in unserem Unternehmen Soziotherapie an. Das Angebot richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, die sich im Alltag stark belastet fühlen und Unterstützung benötigen, um medizinische, therapeutische und soziale Hilfen verlässlich nutzen zu können.
Durchgeführt wird die Soziotherapie bei uns durch die ausgebildete Soziotherapeutin Claudia John, die über langjährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen in herausfordernden Lebenssituationen verfügt. Im Mittelpunkt steht eine wertschätzende, verlässliche und alltagsnahe Unterstützung – mit dem Ziel, vorhandene Ressourcen zu stärken, Sicherheit zurückzugewinnen und den eigenen Alltag wieder besser bewältigen zu können.
Was ist Soziotherapie?
Soziotherapie ist eine ambulante Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 37a SGB V. Sie unterstützt Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung Schwierigkeiten haben, notwendige ärztliche, psychotherapeutische oder weitere verordnete Leistungen eigenständig zu organisieren und wahrzunehmen.
Dabei ersetzt Soziotherapie keine ärztliche Behandlung oder Psychotherapie. Vielmehr hilft sie dabei, diese Behandlungen überhaupt regelmäßig nutzen zu können. Viele Betroffene wissen grundsätzlich, welche Termine, Hilfen oder Behandlungsschritte wichtig wären, schaffen es jedoch aufgrund ihrer Erkrankung nicht, diese allein zu planen, zu koordinieren oder dauerhaft umzusetzen.
Genau hier setzt Soziotherapie an: Sie begleitet, strukturiert, motiviert und unterstützt – immer mit dem Ziel, langfristig mehr Selbstständigkeit und Stabilität im Alltag zu erreichen.
Für wen ist Soziotherapie geeignet?
Soziotherapie kann für Menschen geeignet sein, die durch eine psychische Erkrankung erheblich in ihrer Alltagsbewältigung eingeschränkt sind. Dazu können zum Beispiel folgende Schwierigkeiten gehören:
Betroffene haben häufig wenig Antrieb, fühlen sich schnell überfordert oder können Termine nur schwer planen und einhalten. Auch die Kontaktaufnahme zu Ärztinnen, Ärzten, Therapeutinnen, Therapeuten, Behörden oder anderen Unterstützungsangeboten kann sehr belastend sein. Teilweise bestehen zusätzlich Rückzug, Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen, Ängste, fehlende Tagesstruktur oder Probleme, die eigene Erkrankung und notwendige Behandlungsschritte anzunehmen.
Soziotherapie kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn ambulante Behandlung möglich ist, dafür aber eine engere Begleitung im Alltag benötigt wird. Ziel ist es, Krankenhausaufenthalte möglichst zu vermeiden, zu verkürzen oder nach einem stationären Aufenthalt mehr Stabilität im häuslichen Umfeld aufzubauen.

Unsere Ziele in der Soziotherapie
Die Soziotherapie verfolgt immer individuelle Ziele. Diese werden gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten, der verordnenden Ärztin, dem verordnenden Arzt beziehungsweise der psychotherapeutischen Praxis und der Soziotherapeutin abgestimmt.
Mögliche Ziele sind:
- Stabilisierung des psychischen Gesundheitszustandes
- Aufbau einer verlässlichen Tages- und Wochenstruktur
- Förderung von Motivation, Belastbarkeit und Eigenverantwortung
- Unterstützung beim Wahrnehmen ärztlicher und therapeutischer Termine
- Verbesserung der Krankheits- und Behandlungseinsicht
- Erkennen persönlicher Belastungsfaktoren und Frühwarnzeichen
- Entwicklung von Strategien für Krisen, Konflikte und Überforderung
- Stärkung sozialer Kontakte und Teilhabe
- Aufbau eines tragfähigen Hilfenetzwerkes
- Förderung größtmöglicher Selbstständigkeit im Alltag
Dabei geht es nicht darum, Menschen dauerhaft abhängig von Unterstützung zu machen. Im Gegenteil: Soziotherapie soll Schritt für Schritt dazu befähigen, notwendige Hilfen zunehmend selbstständiger zu nutzen und den eigenen Alltag sicherer zu gestalten.
Was beinhaltet unsere Soziotherapie?
Unsere Soziotherapie orientiert sich an der persönlichen Lebenssituation, den vorhandenen Ressourcen und den konkreten Belastungen der betroffenen Person. Die Begleitung kann je nach Bedarf unterschiedliche Schwerpunkte haben.
Dazu gehören unter anderem:
Motivation und Aktivierung
Gemeinsam wird daran gearbeitet, wieder mehr Handlungssicherheit zu gewinnen. Auch kleine Schritte können dabei wichtig sein: einen Termin vereinbaren, Unterlagen sortieren, eine Arztpraxis kontaktieren oder den Tagesablauf wieder verlässlicher gestalten.
Strukturierung des Alltags
Viele psychische Erkrankungen erschweren Planung, Orientierung und Verbindlichkeit. Die Soziotherapie unterstützt dabei, Tages- und Wochenstrukturen zu entwickeln, Prioritäten zu setzen und Überforderung zu reduzieren.
Begleitung im Behandlungssystem
Bei Bedarf kann die Soziotherapeutin dabei helfen, ärztliche oder therapeutische Termine vorzubereiten, zu koordinieren und die Inanspruchnahme notwendiger Leistungen zu sichern. Auch die Zusammenarbeit mit weiteren beteiligten Stellen kann unterstützt werden.
Aufbau eines Hilfenetzwerkes
Ein tragfähiges Netzwerk kann wesentlich zur Stabilisierung beitragen. Deshalb kann die Soziotherapie dabei unterstützen, passende Hilfen einzubinden – zum Beispiel ärztliche Praxen, Psychotherapie, Beratungsstellen, gesetzliche Betreuung, Angehörige oder weitere soziale Unterstützungsangebote.
Umgang mit Krisen und Belastungssituationen
Gemeinsam können persönliche Risikofaktoren, Frühwarnzeichen und hilfreiche Strategien erarbeitet werden. Ziel ist es, Krisen früher zu erkennen und besser damit umgehen zu können.
Stärkung von Selbstständigkeit und Teilhabe
Soziotherapie unterstützt dabei, soziale Kontakte, persönliche Fähigkeiten und alltagspraktische Kompetenzen wieder aufzubauen oder zu festigen.
Wie läuft Soziotherapie ab?
Am Anfang steht ein persönliches Kennenlernen. In einem ruhigen Gespräch wird gemeinsam besprochen, welche Belastungen bestehen, welche Unterstützung benötigt wird und ob Soziotherapie ein passendes Angebot ist.
Anschließend wird gemeinsam mit der verordnenden Stelle ein individueller Betreuungsplan erstellt. Darin werden konkrete Ziele und Maßnahmen festgelegt. Die Soziotherapie findet in der Regel in Einzelterminen statt. Je nach Situation können Termine in unseren Räumlichkeiten, im häuslichen Umfeld oder im Zusammenhang mit notwendigen Begleitungen erfolgen.
Während der gesamten Begleitung ist eine enge Abstimmung mit den beteiligten Ärztinnen, Ärzten, Therapeutinnen, Therapeuten und weiteren Unterstützungsstellen möglich. Selbstverständlich erfolgt dies nur im notwendigen Rahmen und unter Beachtung der Schweigepflicht beziehungsweise entsprechender Einwilligungen.
Verordnung und Kostenübernahme
Soziotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie muss ärztlich oder psychotherapeutisch verordnet werden. Je nach Situation kann die Verordnung durch entsprechend berechtigte Fachärztinnen, Fachärzte, Psychotherapeutinnen, Psychotherapeuten oder in bestimmten Fällen auch durch Hausärztinnen und Hausärzte erfolgen.
Die gesetzliche Krankenversicherung kann die Kosten für bis zu 120 Stunden innerhalb von drei Jahren übernehmen. In der Regel ist eine Genehmigung durch die Krankenkasse erforderlich. Es gelten die gesetzlichen Zuzahlungsregelungen, sofern keine Zuzahlungsbefreiung vorliegt.
Gerne unterstützen wir bei Fragen zum Ablauf, zur Verordnung und zur weiteren Vorgehensweise.
Unser Angebot ab dem 01.05.
Ab dem 01.05. steht Ihnen unsere Soziotherapeutin Claudia John als feste Ansprechpartnerin zur Verfügung. Durch ihre langjährige Erfahrung bringt sie fachliche Kompetenz, Ruhe und Verständnis für komplexe Lebenssituationen mit.
Unser Anspruch ist es, Menschen nicht nur punktuell zu unterstützen, sondern gemeinsam tragfähige Wege zu entwickeln. Soziotherapie bedeutet für uns: zuhören, ordnen, begleiten, motivieren und gemeinsam daran arbeiten, dass der Alltag wieder sicherer und überschaubarer wird.
Jetzt Kontakt aufnehmen
Sie interessieren sich für Soziotherapie oder möchten für sich selbst, Angehörige oder Patientinnen und Patienten klären,
ob dieses Angebot geeignet sein könnte?
Dann nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf. In einem ersten Gespräch können offene Fragen geklärt und die nächsten Schritte besprochen werden.
